Lerntext

Axiom Adventures - lustig lernen für Leute im Bereich Büromanagement.

Kurz, klar und gedacht für den Büro- und Berufsschulalltag: Die fünf Axiome erklärt anhand von alltäglichen Geschehnissen in der Ausbildung zur Kauffachkraft für Büromanagement...also wir.

1.  Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren

Ob du im Besprechungsraum stumm auf den Laptop starrst oder demonstrativ den Kalender zückst, gewisse Signale gehen desto trotz noch raus. Schweigen kann heißen: „Ich bin nicht einverstanden“, „Ich bin überarbeitet“ oder schlicht „Kaffee, biiiiiitte“. Verhalten = Nachricht.

Praktisch: Emily sitzt mit gefalteten Armen neben Faye im Fach "Rechnungswesen", alle wissen sofort: Sie will absolut nicht teilnehmen.

2. Axiom: Jede Kommunikation hat Inhalts- und Beziehungsaspekt

Frau Schweins sagt: „Die Präsentation war pünktlich.“ Inhalt der Nachricht: "Der Zeitpunkt stimmt". Aber auf der Beziehungsebene dagegen, war es entweder ein Lob oder eher eine Erinnerung an die Pflicht hinter Aufgabe.
Der Tonfall, die Gestik und Mimik von Frau Schweins entscheiden, ob das Anerkennung oder eine Abfuhr war.

Folgende Reaktionen werden typischerweise bei dem Angesprochenen ausgelöst:

  • Bestätigung (man freut sich über das Kompliment)
  • Verwerfung (man denkt sich, "Alles klar, versteh ich jetzt auch" und lässt es fallen)
  • Entwertung (man wertet Frau Schweins und ihre Aussage ab: „Was weiß die schon...ist ja meine Angelegenheit und nicht ihre“)

Wenn eine negative Beziehung auf der Inhaltsebene ausgetragen wird kann dies eine gestörte Kommunikation zur Folge haben.

Praktisch: In einer Diskussion über die besten Kaffeesorten wertet Felix die Argumente seines Arbeitskollegen ab, da er ihn nicht leiden kann.

3. Axiom: Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung

Im WhatsApp Chat schreibt Philipp sehr kurz und knapp, was wiederum von Luisa als unfreundlich interpretiert wird und sie somit pissig drauf antwortet. Dadurch fühlt sich dagegen Kim angegriffen und antwortet noch angepisster. Fertig ist die Eskalations-Kette.

Die Interpunktion bestimmt die Kommunikationsabläufe.

Es wird problematisch, wenn eine Störung in der Kommunikation vorliegt. Jeder denkt, der andere „weiß doch, wie alles abläuft“ , was sehr oft zu Missverständnissen bei Deadlines oder Aufgabenverteilungen innerhalb der Klasse führen kann.

4. Axiom: Analoge und digitale Modalitäten

Die menschliche Kommunikation benutzt analoge und digitale Modalitäten. Digitale Modalitäten bedienen sich vorerst an der verbalen Kommunikation, wodurch Informationen sprachlich und schriftlich übermittelt werden, dazu gehören z. B. Emojis und Gifs im Gruppenchat, aber auch ganz normale Alltags-Konversationen. Die Analogen Modalitäten, wozu Mimik, Haltung, oder auch die allgemeine Körperhaltung einer Person gehören, senden dagegen Informationen zum Beziehungsaspekt: wie z. B. „Ich unterstütze dich“ oder „Lass mich in Ruhe“. 

Der Interpretationsspielraum kann dagegen viel zu wünschen übrig lassen, da Wörter und Körpersprache auf viele verschiedene Arten und Weisen interpretiert werden können.

Praktisch:  Dein Sitznachbar sitzt heulend nach der Stuko-Klausur neben dir, analog wird dir übermittelt: "DRAMA!". Du fängst schon an zu überlegen, ob es an der Klausur lag oder an privaten Angelegenheiten. Dann sagt er dir auf einmal mit schluchzender Stimme: "Ich hab 1 x 1 in meinen Taschenrechner eingegeben und das ganze drei Mal!". Aha: er weint aufgrund seiner eigenen Dummheit!

5. Symmetrisch oder komplementär

Symmetrisch: Zwei Azubinen haben einen Wettbewerb untereinander, wer die beste Note in der Aufgabe von Frau Walter erhalten wird. Komplementär: Berufsschülerinnen und Berufsschullehrerinnen, sehr klar definierte Rollen. 

Praktisch: Im privaten bist du gut befreundet mit Frau Walter, ihr kennt euch schon seit Jahren. Dadurch ist eure Kommunikation privat symmetrisch. Aber sobald ihr wieder zusammen in der Schule seid, ändert sich euer Rollenverhältnis - sie ist ja deine Lehrerin. Eure Kommunikation wird dadurch komplementär.